21
Apr
2026
Von der Behandlung von Pigment- und Gefäßproblemen bis hin zur Verbesserung von Hautstruktur, Hautton und Narbenbild werden Laser heute routinemäßig in großen und kleinen Kliniken und Praxen auf der ganzen Welt eingesetzt.
Und doch kann es unglaublich schwierig sein, sich in der komplexen Welt der Laser zurechtzufinden. Sei es beim Verständnis der verschiedenen Laserwellenlängen, der großen Vielfalt an Gerätetypen oder ungewohnter Fachbegriffe, die Gerätehersteller nutzen.
Manchmal möchte man einfach nur eine verständliche Erklärung dafür, was ein Laser ist, wie er funktioniert und was dabei herauskommt.
In unserer Blogreihe „Laser 101“ werden wir genau das anprechen.
Dieser erste Beitrag befasst sich mit den Grundlagen, erklärt die Funktionsweise von Lasern und stellt die wichtigsten Prinzipien der Therapie mit Lasern für die Haut vor.
In den nächsten Beiträgen werden wir uns dann die einzelnen Lasertypen und Wellenlängen genauer ansehen und untersuchen, wie sie jeweils in der praktischen Anwendung zum Einsatz kommen
Wofür steht „Laser“?
“Laser” ist eine Abkürzung für „Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation“ (Lichtverstärkung durch stimulierte Strahlungsemission).
Im Grunde genommen erzeugt ein Laser Licht. Im Gegensatz zu alltäglichen Lichtquellen wie Glühbirnen oder Sonnenlicht verhält sich Laserlicht jedoch auf eine ganz bestimmte und kontrollierte Weise.
Praktisch gesehen erzeugt ein Laser einen hochgradig kontrollierten Lichtstrahl. Im Gegensatz zu normalem Licht, das sich in viele Richtungen ausbreitet und viele Wellenlängen enthält, ist das Licht eines Lasers:
Dadurch kann es gezielt und selektiv auf Strukturen in der Haut einwirken.
Was ist ein Laser?
Ein Laser erzeugt einen sehr schmalen, gebündelten Lichtstrahl, der auf äußerst kontrollierte Weise Energie in die Haut abgibt.
Was ihn von anderen Lichtquellen unterscheidet, ist seine Präzision.
Jeder Laser arbeitet mit einer spezifischen Wellenlänge und diese Wellenlänge bestimmt, worauf er in der Haut einwirkt. Das können Pigmente, Blutgefäße oder Wasser im Gewebe sein.
Aus diesem Grund gibt es verschiedene Laser. Sie sind nicht untereinander austauschbar und jeder ist für die Behandlung bestimmter Indikationen ausgelegt.
Ein Lasersystem besteht aus drei wesentlichen Komponenten:
Zusammen erzeugen diese Komponenten den Laserstrahl, der während der Behandlung auf die Haut gerichtet wird.
Wie erreicht Laserlicht das Gewebe?
Wenn ein Laser aktiviert wird, wird Energie erzeugt und als gebündelter Lichtstrahl in die Haut geleitet.
Da dieses Licht gleichmäßig und gelenkt ist, kann es kontrolliert in die Haut eindringen und mit bestimmten Zielbereichen interagieren (in der Regel mit etwas, das man entfernen, heilen oder verjüngen möchte).
Die Eindringtiefe und die Art der Wirkung hängen von der verwendeten Wellenlänge ab, weshalb die Wahl der Wellenlänge so wichtig ist.
In der Anwendung bestimmt die Wellenlänge drei Dinge:
Verschiedene Wellenlängen werden von verschiedenen Chromophoren absorbiert. Einige werden bevorzugt von Melanin absorbiert, andere von Hämoglobin oder Wasser. Wenn die Wellenlänge nicht zum Ziel passt, ist die Behandlung nicht wirksam.
Die Wirkungsreichweite eines Lasers hängt von dessen Absorption durch das Zielgewebe (Wasser, Hämoglobin und/oder Melanin) ab. Je stärker ein Laser vom Zielgewebe (oder den Zielgeweben) absorbiert wird, desto oberflächlicher ist seine Wirkung. Je geringer die Absorption ist, desto tiefer dringt er in die Haut ein. Aus diesem Grund werden bestimmte Laser für oberflächliche Pigmentstörungen eingesetzt, während andere besser für tiefere vaskuläre oder strukturelle Probleme geeignet sind.
Die Wellenlänge beeinflusst auch, wie viel Energie vom umgebenden Gewebe absorbiert wird. Eine ungeeignete Wahl der Wellenlänge erhöht das Risiko einer unerwünschten Hitzeentwicklung, was zu Komplikationen wie Verbrennungen oder postinflammatorischer Hyperpigmentierung führen kann.
An dieser Stelle kommt das Konzept der selektiven Photothermolyse ins Spiel.
Anstatt den gesamten Behandlungsbereich zu erwärmen, besteht das Ziel darin, Energie abzugeben, die selektiv vom gewünschten Ziel (wie beispielsweise einer Tätowierung) absorbiert wird, während Schäden am umliegenden Gewebe auf ein Minimum reduziert werden.
Wenn Wellenlänge, Pulsdauer und Energieeinstellungen richtig aufeinander abgestimmt sind, erzielt man eine kontrollierte thermische Schädigung dort, wo sie benötigt wird, und kaum bis gar keine Schädigung dort, wo sie nicht benötigt wird. Dies fördert dann die natürliche Heilungsreaktion des Körpers, was oft genau das ist, was wir erreichen wollen..
Wellenlängen und Lasertherapie für die Haut
Die Wellenlängen von Lasern liegen in verschiedenen Bereichen des elektromagnetischen Spektrums, darunter im sichtbaren und im infraroten Lichtbereich. Jede Wellenlänge wirkt in der Haut anders, weshalb es verschiedene Arten von Laserbehandlungen gibt.
Zu den gängigen Laserwellenlängen, die bei ästhetischen und dermatologischen Behandlungen zum Einsatz kommen, gehören:
In der Praxis bedeutet das:
Aus diesem Grund hat die Wahl der Wellenlänge direkten Einfluss sowohl auf die Sicherheit als auch auf die Ergebnisse.
Zum Beispiel:
Wir werden in einem zukünftigen „Laser 101“-Blog näher darauf eingehen.
Was sind Chromophore?
Wenn Laserlicht in die Haut eindringt, wird es von bestimmten Zielstrukturen, den sogenannten Chromophoren, absorbiert. Dabei handelt es sich um Moleküle in der Haut, die Lichtenergie absorbieren, darunter:
Tattoofarbe und Pigmente
Jeder Chromophor absorbiert Licht je nach verwendeter Wellenlänge unterschiedlich. Diese Fähigkeit, Energie zu absorbieren, wird als Absorptionskoeffizient bezeichnet. Je höher der Absorptionskoeffizient bei einer bestimmten Wellenlänge ist, desto effektiver kann der Laser auf diese Struktur einwirken.
Beispielsweise werden Wellenlängen im Bereich von 585–595 nm, wie sie in gepulsten Farbstofflasern verwendet werden, stark von Hämoglobin absorbiert. Dies macht sie effektiv für die Behandlung von vaskulären Problemen. Andere Wellenlängen werden von Melanin absorbiert, was die Haarentfernung oder die Behandlung von Pigmentflecken ermöglicht, während wasserabsorbierende Wellenlängen häufig für die Hautverjüngung eingesetzt werden.
Impulsdauer und Taktung
Laser geben Energie nicht immer kontinuierlich ab. Viele Systeme geben Energie in kontrollierten Impulsen ab.
Die Impulsdauer beeinflusst, wie die Energie in die Haut übertragen wird und wie sich Hitze im Zielbereich bildet.
In der Praxis ermöglicht Ihnen dies:
Fortschrittlichere Systeme, wie beispielsweise Pikosekundenlaser, geben Energie extrem schnell ab und erzeugen neben Wärme zusätzliche mechanische Effekte.
Dadurch erweitern sich die Behandlungsmöglichkeiten, insbesondere in Bereichen wie Pigmentflecken und Tattooentfernung.
Lasertherapie verständlich erklärt
Wenn man diese Grundlagen versteht, fällt die Auswahl der richtigen Lasergeräte viel, viel leichter.
Wenn Sie Ihre dermatologische oder ästhetische Praxis um Laserbehandlungen erweitern möchten, empfehlen wir Ihnen dringend, einen Blick auf unsere Seite zu Indikationen zu werfen. Dort erfahren Sie mehr darüber, wie verschiedene Laser unterschiedliche Hautprobleme behandeln. So können Sie ein Gerät auswählen, das genau auf die von Ihnen gewünschten Behandlungsziele abgestimmt ist..
Wenn Sie Fragen zur Lasertherapie haben, helfen wir Ihnen gerne weiter. Kontaktieren Sie uns noch heute, wenn Sie Unterstützung bei der Auswahl des perfekten Lasergeräts für Ihre Praxis benötigen.